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Willkommen zum Online-Jahrestag der Befreiung in der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden

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#erinnerungteilen – Der 76. Jahrestag der Befreiung in der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden

Liebe Gäste und Besucher*innen des digitalen 76. Jahrestags,
die Gedenkstätten Brandenburg an der Havel begrüßen Sie herzlich auf der Homepage zum 76. Jahrestag der Befreiung des Zuchthauses Brandenburg-Görden. Hier finden Sie unser Programm zu diesem Ereignis:

Zuchthaus-Brandenburg-Görden

Das Zuchthaus Brandenburg-Görden, 1930er Jahre, GBadH

Zur Geschichte der Befreiung

Das Zuchthaus Brandenburg-Görden

Das Zuchthaus wird 1931 eröffnet und gilt als eine der größten Haftanstalten des Deutschen Reiches. Zwischen 1933 und 1945 durchlaufen es ca. 20.000 politische und kriminelle Gefangene aus ganz Europa. Ab 1940 befindet sich in der Strafanstalt eine Hinrichtungsstätte der NS-Justiz mit einer Guillotine.

Die letzten Wochen vor der Befreiung

Mit ca. 3.500 Gefangenen ist das Zuchthaus im April 1945 völlig überfüllt. Die Häftlinge sind unterernährt und leiden unter mangelnder medizinischer Versorgung. Als sich die Front nähert, wird die Guillotine in einem nahem See versenkt. Ein Teil des Anstaltspersonals und der Direktor flüchten.

Der 27. April 1945

Am Vormittag des 27. April werden die Zellen der Gefangenen aufgeschlossen. Gefangenenobmänner und das verbliebene Anstaltspersonal bereiten eine kampflose Übergabe der Strafanstalt an die sich nähernde Rote Armee vor. Gegen Mittag rollt ein sowjetischer Panzer durch das Zuchthaustor. Er wird von den Gefangenen jubelnd empfangen.

Die Räumung der Strafanstalt

Da das Zuchthaus zwischen den Fronten liegt, befiehlt die Rote Armee am 28. April die Räumung des Zuchthauses. Die meisten Gefangenen verlassen Brandenburg-Görden noch am selben Tag. Bis zu 300 kranke oder geschwächte Häftlinge bleiben im Anstaltskrankenhaus, nun Zivilkrankenhaus, zurück und werden dort gepflegt.

Erste Gedenkfeier 1946

Zwischen 1945 und 1948 gehört das Anstaltsgelände zum größten Repatriierungslager der Sowjetischen Besatzungsmacht. Anlässlich des 1. Jahrestages der Befreiung dürfen ehemalige Häftlinge und Angehörige das Gelände betreten und vor der NS-Hinrichtungsstätte der Ermordeten gedenken.

  • Erste-Gedenkfeier-vor-der-Hinrichtungsstätte-1946

    Gedenkfeier, 5. Mai 1946, GBadH

  • Das Anstaltskrankenhaus, 1930er Jahre, GBadH

  • Zeichnung-Jensenius
    Gedenkstätte der JVA Wolfenbüttel, Nachlass Jensenius

    Zeichnung des norwegischen Gefangenen Wilfred Jensenius, April 1945

  • Im Inneren des Zuchthauses, 1930er Jahre, GBadH

    Vergangene Online-Veranstaltungen

    Online-Gedenken am 25. April 2021 anlässlich des Jahrestages der Befreiung am Ehrenmal für die im Zuchthaus Brandenburg-Görden Hingerichteten

    PROGRAMM
    Begrüßung:
    Dr. Sylvia de Pasquale, Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden
    Ansprachen:
    Steffen Scheller, Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg an der Havel
    Michael Stübgen, Minister des Inneren und für Kommunales des Landes Brandenburg
    Grußworte:
    Angehörige von Inhaftierten und Hinrichtungsopfern

    Videos

    Fotoausstellung

    Die denkmalgeschützte Zuchthausanlage in Brandenburg-Görden wurde in den 2000-er Jahren umfassend modernisiert. Nur ein Trakt blieb davon unberührt. Diesen zeigt der Fotograf Arnd Weider in kunstvollen Aufnahmen und vermittelt damit einen Eindruck der historischen Strafanstalt. In einem Videointerview reflektiert der Künstler seine Arbeit.

    Sicherungsverwahrte

    Wie in jedem Jahr so steht auch diesmal eine besondere Häftlingsgruppe im Fokus unseres Gedenkens. In 2021 lenken wir in einer Video-Dokumentation unsere Aufmerksamkeit auf die Sicherungsverwahrten, die in Brandenburg-Görden eingesperrt waren. Ihr Schicksal ist wie das anderer Opfer des Nationalsozialismus, die als „asozial“ stigmatisiert wurden, noch immer weitgehend unbekannt.

    Porträtfilm

    Anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung hat die Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden zusammen mit den Filmemacher*innen von „Out of Focus“ einen kurzen Porträtfilm entwickelt.