• Belower_Wald

Willkommen zum Online-Jahrestag der Befreiung in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

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#erinnerungteilen – Unser Motto zum 76. Jahrestag der Befreiung in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

Wir legen einen besonderen Schwerpunkt auf die Perspektive der nachgeborenen Generationen: Wie leben die Angehörigen der Opfer mit der Verfolgungsgeschichte ihrer Eltern und Großeltern? Wie wollen wir heute und in Zukunft an die Verbrechen von Sachsenhausen erinnern? Hier geht es zum Programm:

Gemälde des Todesmarsch-Überlebenden Gino Pezzani aus der Schweiz, 1950.

Der Todesmarsch im April 1945

Ab dem 20. April 1945 trieb die SS mehr als 33.000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen zu Fuß Richtung Nordwesten auf den Todesmarsch. Anfang Mai wurden die meisten von ihnen im Raum Parchim – Ludwigslust – Schwerin von amerikanischen und sowjetischen Truppen befreit. Hunderte starben unterwegs oder wurden von der SS erschossen.

Vom 23. bis zum 29. April 1945 wurde der Großteil der Kolonnen, mehr als 16.000 Häftlinge, im Belower Wald nahe Wittstock zusammengezogen. Sie lagerten ohne Unterkunft und ohne Versorgung mehrere Tage im Wald, bewacht von einer SS-Postenkette.

Von dem provisorischen Waldlager zeugen noch heute Spuren in den Bäumen: Schnitzereien der Häftlinge, Spuren von Draht und Rinde, die großflächig an Kiefern fehlt, da die Menschen in ihrer Verzweiflung versuchten, sich von der Baumrinde zu ernähren. Außerdem wurden etwa 4000 Dinge im Waldboden gefunden.

Seit 2010 befindet sich neben dem historischen Waldgelände eine Open-Air-Ausstellung. Sie informiert u.a. mit Fotos, Zeichnungen und zahlreichen Erinnerungsberichten über die Räumung des KZ Sachsenhausen, den Todesmarsch, das Waldlager in Below und die Befreiung. In einer Vitrine werden Fundstücke aus dem Belower Wald gezeigt.

  • Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald 

    Open-Air-Ausstellung der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald, 2010

  • Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald 

    Kiefer mit fehlender Rinde im Belower Wald, 2010

  • ICRC, Genf | Foto: Willy Pfister, Delegierter des Internationalen Roten Kreuzes

    Todesmarsch des KZ Sachsenhausen April 1945 

    Meine Befreiung – Überlebende berichten von ihrer Befreiung im Jahr 1945

    Mano Höllenreiner (*1933)

    “…vom Todesmarsch wollte ich immer abhauen, aber ich habe mich nicht getraut, weil wir finden ja nirgendwo hin.”

    Zwi Steinitz (*1927)

    „In meinem Leben hätte ich mir nicht vorgestellt, dass ich auf diese Art und Weise in die Freiheit gehen würde.“

    Pierre Gouffault (*1924)

    “…ein Laib Brot und ein Stück Wurst haben wir durch fünf geteilt, danach gab es drei, vier Tage nichts mehr zu essen…”

    Stanisława Imiołek (*1923)

    “…und plötzlich bemerkte ich, dass wir ganz allein waren, ohne Bewachung.”

    Leben mit der Erinnerung – Die Überlebenden und die 2. und 3. Generation

    Emmanuelle Cassan über ihr Buch „Sous les ormes de Grabow“

    Aus der Recherche um das Verschwinden ihres Großvaters entstand ein Buch über den Todesmarsch und die Befreiung.

    Michel und Valérie Claverie über ihr Buch „Traces/Spuren“

    Sein Vater überlebte den Todesmarsch. Seinen eigenen Gedenkmarsch verarbeitet der Sohn in einem Buch darüber.

    Gedenk-Veranstaltungen

    Gedenkveranstaltung zum 76. Jahrestag der Befreiung am 16.4.2021 im Belower Wald

    Ministerin Manja Schüle, die französische Botschafterin Anne-Marie Decôtes, der Stiftungsdirektor und weitere geladene Gäste erinnern an den Todesmarsch und gedenken der Opfer.